Samstag, 31. Oktober 2015

Halloween Story (Teil 1)


Saraphina

Die Nacht der Nächte rückt näher,die Nacht an der alle wie ich,die Menschenwelt sichtbar betreten können. Warum? Ich bin ein Geist, eine Kreatur der Schattenwelt! Gestorben im Alter von 18 Jahren, nicht gerne erinnere ich mich zurück. Denn die Person von damals existiert nicht mehr, Tod würde es eher beschreiben. Heute spuke ich jede Nacht des Jahres in Menschenwelt und erschrecke Menschen, jage ihnen Angst ein und lasse sie meine Zorn spüren. Doch Halloween ist bei uns ein Feiertag, ein Tag an dem wir tun und lassen können was wir wollen,nicht auffallen wenn wir durch die Straßen laufen und sichtbar sind, denn jeder hält uns für verkleidet. Ja, ihr habt richtig gehört, laufen! Zwar können wir auch schweben, aber auch laufen ist möglich.
Saraphina setz dich endlich in Bewegung! Ja ja,ich komme. Beeilung wir haben beide heute ein straffes Arbeitsprogramm!
Luke, dieser Mister pünktlich. Die meisten Nächte müssen wir zusammen arbeiten,obwohl ich diesen alten Geist nicht ausstehen kann! Liegt daran das er immer alles besser weiß, ich mich seinem Willen zu beugen habe und naja er hat so eine komische Art Menschen zu erschrecken. Ich bin der Meinung das es Zeit wird modernere Gruselmethoden anzuwenden. Leider ist mit ihm darüber nicht zu diskutieren, so wie er sagt wird es gemacht! Er erschreckt die meisten aus Möbeln, Bäumen und so weiter heraus, doch in der Menschenwelt ist das Jahr 2015 angebrochen und die moderne der Menschen weist so viele bessere Möglichkeiten auf. Handys, Computer und und und. Aber er will mir nicht zuhören, deshalb bekommen wir vom Chef der Geister, wahrscheinlich auch immer die alten zu geteilt! Hoffentlich gibt man meiner Bitte nach einem neuen Partner/in bald statt. Langsam bin ich es echt leid! Na dann auf an die Arbeit und schauen wer heute so auf der Liste steht.
Es ist sechs Uhr die früh als wir zurück kommen und wie alle anderen werde auch ich jetzt schlafen. Doch in meinem Apartment angekommen, komme ich noch nicht zu Ruhe. So setze ich mich an das Fenster und sehe zu wie alle durch die Portale zurück kommen. Die Vampire, Werwölfe, Zombie, Mumien, Kürbis-köpfe, Frankensteins Monster, Trolle, Zwerge und die anderen Geister. Doch irgendwann fallen mir dann doch die Augen zu!
3 Tage später ist es endlich soweit, Halloween ist da. Ab 23 Uhr bis 6 Uhr können wir,wenn wir wollen, die Menschenwelt sichtbar betreten. Ein ganzes Jahr habe ich mich darauf gefreut. Ein Tag an dem ich neue Methoden des Erschreckens teste,Aufzeichnungen mache und meinen Spaß habe. Bin sehr gespannt wo ich dieses Jahr lande, denn an Halloween gibt es an den Toren keine Wächter die diese kontrollieren.
Um genau 23 Uhr stehe an einem der Tore, dass sich gerade öffnet. Voller Vorfreude gehe ich hindurch. Keine Sekunde später stehe ich in einem Park, überall frierende Jugendliche, verkleidet als alles was gruselt! In rauen Mengen fließt Alkohol, für uns Schattenweltler ideal, denn Schrecken zu fügen geht dann sehr einfach. Hinter einem Baum lasse ich meine Unsichtbarkeit verschwinden und verlasse danach mein Versteckt. Die Party hier ist im vollen Gange und ich nutze die Gelegenheit, den Punsch ein wenig spuken zu lassen. Schnell rennen die ersten schreienden Mädchen davon, die Jungs lachen sich schlapp und mein Werk ist getan. Mit einem Grinsen verlasse ich den Park,um in Erfahrung zu bringen, wo ich hier bin. Vom Park aus sind es nur wenige Schritte zum Marktplatz, auch hier herrscht noch reges treiben. Immer bedacht, niemanden zu berühren schlendere ich umher. Warum keine Berührungen? Man würde merken, dass ich kein Mensch bin, zwar haben einige wie mich, mit Gedankenkraft die Möglichkeit sich kurzfristig wie ein Mensch aussehen zu lassen,ohne das man durch uns hindurch greift, aber es macht sehr müde. Deshalb lasse ich es auch sein!
Nach einer Stunde habe ich tatsächlich, 18 Kinder verschreckt und zum heulen gebracht, außerdem werden sie bestimmt ab jetzt Halloween nicht mehr feiern!
Doch weiß ich nicht wo ich bin, es kommt mir vieles bekannt vor, aber woher. War ich vielleicht schon mal hier! Keine Ahnung.
Es ist bereits halb eins und immer noch überall Partys, normaler Weise wird es um die Uhrzeit weit aus ruhiger! Nur hier nicht! Den Grund dafür finde ich schnell heraus, hier in der Stadt feiern sie an diesem Tag die Vertreibung des Bösen aus der Stadt. Interessant, dem Chef muss ich dies mal berichten, denn es scheint das seit mindestens 105 Jahren hier keiner mehr von uns gruselt hat. Wenn dem allerdings so ist, warum hat mich das Tor heute hierher geschickt, denn solche Orte erkennt es eigentlich. Als ich meine Gedanken beendet habe, stehe ich auch schon vor dem Friedhof, den ich nur zu gern betrete! Über dem Tor prangt das Schild „Halowtown Friedhof“, scheinbar eine Anspielung auf diesen Tag. Als Geist bin ich eigentlich furchtlos, doch der Name lässt mich erschaudern. Ein ungutes Gefühl beschleicht mich kurz, verschwindet aber schnell! Da niemand in Sicht ist schwebe ich über den Friedhof. An einem Baum setze ich mich nieder und genieße die Stille der Nacht, das war das erste was ich am Geist sein, lieben lernte! Davor habe ich alles verflucht,warum wurde ich nur dazu und bin nicht einfach gestorben, wie es andere tun! In der Schattenwelt heißt es, dass nur verstorbene, die noch etwas ausstehen haben zu Geistern werden. Alles schön und gut, aber leider habe ich Null Erinnerung an, wie ich gestorben bin, weder weiß ich ob noch was aussteht und ich deshalb noch keine Erlösung gefunden habe. Wenn ich ehrlich bin wünschte ich mir die Erlösung, ich möchte in keiner der Welten mehr existieren.
Ein plötzlich näher kommender Schatten reißt mich aus meinen Gedanken und lässt mich aufspringen. Noch kann ich nicht viel ausmachen, aber von der Statur könnte es ein Mann sein! Nichts wie weg, doch es ist zu spät!
Was machst du Nachts hier und das noch verkleidet, ich hoffe dir ist bewusst das es verboten ist um diese Uhrzeit hier zu sein. Nur Wesen der Schattenwelt würden sich hier herum treiben,zu solcher Zeit, doch dies ist seit 25 Jahren,nicht mehr der Fall gewesen. Also was machst du hier?
Inzwischen leuchtet er mich mit seiner Taschenlampe an und auch ich kann ihn erkennen. Er ist groß,muskulös, hat schwarze Haare und kommt mir bekannt vor. Aber woher, was hat dieser Ort und die Stadt an sich? Es will mir nicht einfallen. Mein Chef sagt das es vorkommt, dass man sich an sein Leben vorher nicht mehr erinnern kann oder es so gut verdrängt hat!
Hallo? Ich rede immer noch mit dir!
Schnell flüchte ich durch die Hecke, auch wenn er gesehen hat, dass ich nicht menschlich bin, aber ich muss weg hier. Der Ort hat mir echt die Lust an Halloween verdorben! Dabei war es mein liebster und einziger Feiertag! So schnell es geht schwebe ich zurück zum Tor, doch ich kommen nicht mehr hindurch. Was soll denn das? Bin ich jetzt dazu verdammt hier zu verweilen? Bitte nicht! Es wird ja auch bald hell und jetzt? Versteck suchen, versuchen nicht aufzufallen. Auch wenn ich tagsüber hier herumgeistern könnte wäre es wohl Angesichts dieses Ortes fatal! Es reicht wenn schon ein Mensch von mir weiß und der wird wohl die ganze Stadt auf die Jagt nach mir schicken!